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Wo Eltern Antworten erhalten

Eltern sein: Vorbild ohne Anspruch
auf Perfektion!

Liebe Eltern,
Wenn Sie Alkohol trinken, wenn Sie auf Ihr Smartphone sehen, Medikamente einnehmen oder wenn Sie rauchen: Ihr Kind sieht zu. Es lernt. Sie sind für Ihr Kind ein Vorbild. Sie formen seinen Eindruck davon, was «normal» oder «ok» ist, mit. Schon kleine Kinder nehmen sehr gut wahr, wie Mama und Papa sich verhalten. Und auch wenn viele Jugendliche ihre Eltern zu hinterfragen beginnen: Väter und Mütter bleiben für sie eine wichtige Richtschnur.

Aber Sie können und müssen als Vorbild nicht perfekt sein! Letztlich ist es vielleicht sogar besser, nicht allzu perfekt zu sein – Ihr Kind wird sich damit möglicherweise besser identifizieren können. Vorbild zu sein bedeutet, auch eigene Schwächen und Grenzen möglichst offen anzusprechen. Sie beeinflussen Ihr Kind nicht nur durch Ihr Verhalten und Ihr Auftreten, Sie beeinflussen es auch durch Ihre Einstellung und Ihre Haltung.

Was leben Sie vor?
Ihr Kind sieht übrigens nicht nur, wie viel Sie trinken. Es lernt auch, was der Alkohol bewirkt oder bewirken soll. Es lernt: «Ein Glas Alkohol zu einem guten Essen kann man geniessen». Es kann aber auch lernen: «Mit Alkohol kann man nach dem stressigen Tag abschalten» oder «Nur mit Alkohol ist es lustig». Bei Medikamenten kann es beobachten, dass sie dann eingenommen werden, wenn sie medizinisch angezeigt sind. Es kann aber auch sein, dass es beobachtet, dass eine Tablette jedes Unwohlsein «zudecken» soll.


©contrastwerkstatt - stock.adobe.com

Wie können Eltern konkret mit Jugendlichen über Konsumverhalten diskutieren?
Sie könnten Ihr Kind fragen, wie es Ihren Alkoholkonsum, Ihr Rauchen oder Ihre Mediennutzung wahrnimmt. So kann ein spannendes Gespräch entstehen. Ihr Kind kann Ihren Alkoholkonsum vielleicht auch hinterfragen oder wissen wollen, ob Sie schon betrunken waren. Antworten Sie offen, ehrlich und selbstkritisch. Wenn Personen in Ihrem Umfeld problematische Konsumformen haben, sprechen Sie mit Ihrem Kind auch darüber offen.


Alkohol
  • Leben Sie einen massvollen und genussorientierten Konsum vor.
  • Zeigen Sie, dass man ohne Alkohol Spass haben kann.
  • Vermeiden Sie Rauschzustände.
  • Lenken Sie keine Fahrzeuge, wenn Sie getrunken haben.
  • Trinken Sie nicht, um Stress abzubauen oder wenn es Ihnen sonst nicht gut geht. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie man Stress ohne Suchtmittel oder Medienkonsum abbauen kann (z.B. mit Bewegung, Entspannungstechniken o.ä.).
  • Lassen Sie Alkoholika nicht offen herumstehen.
  • Tragen Sie Ihrem Kind nicht auf, für Sie Alkoholika einzukaufen.
Tabak
  • Wenn Sie selbst rauchen, erklären Sie Ihrem Kind die Gründe dafür und Ihre Einstellung dazu.
  • Schützen Sie Ihr Kind vor Passivrauch.
  • Bewahren Sie Zigaretten ausser Sichtweite auf.
  • Tragen Sie Ihrem Kind nicht auf, für Sie Zigaretten einzukaufen. 
Medikamente
  • Geben Sie Ihrem Kind Medikamente dann, wenn dies medizinisch angezeigt ist.
  • Setzen Sie Medikamente weder bei sich noch bei Ihrem Kind ein, um unerhebliche Symptome zu bekämpfen.
  • Bewahren Sie Medikamente sicher auf.
Medien
  • Benutzen Sie Ihr Smartphone und andere Medien bewusst.
  • Wenden Sie sich nicht dauernd Ihrem Gerät zu.
  • Legen Sie Ihr Smartphone ausser Sichtweite, wenn Sie es nicht nutzen.
  • Definieren Sie medienfreie Zeit, die nicht nur für Ihr Kind, sondern auch für Sie selbst gilt (beim Essen, während der Nacht, bei gemeinsamen Ausflügen etc.).
Cannabis
  • Wenn Sie in der Vergangenheit Erfahrungen mit Cannabis gemacht haben: Entscheiden Sie, was Sie von Ihren Erfahrungen wann mit Ihrem Kind besprechen wollen.
  • Wenn Sie aktuell Cannabis rauchen: Konsumieren Sie nicht vor Ihrem Kind. Aber erklären Sie ihm, dass Sie konsumieren und warum, denn: Ihr Kind merkt (fast) alles. Es ist besser, dass es Bescheid weiss, als dass es falsche Schlüsse zieht. Schützen Sie es vor Passivrauch.

Sprechen Sie einen problematischen Konsum oder eine Abhängigkeit offen an!
Manche Kinder sorgen sich um die Gesundheit der Eltern, wenn diese rauchen, und viele empfinden auch gelegentliche Beschwipstheit ihrer Eltern als befremdlich. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Nikotinabhängigkeit. Wenn Ihr Kind Sie alkoholisiert erlebt hat: Erklären Sie ihm am Folgetag, was geschehen ist, und dass das eine Ausnahme war. Wenn ein Elternteil eine eigentliche Suchtproblematik hat, ist es sehr wichtig, das Kind zu entlasten. Falls Sie bei sich oder Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ein Suchtproblem vermuten, informieren Sie sich, wie Sie Ihr Kind bestmöglich unterstützen können: www.elternundsucht.ch.  
 
Weitere Informationen
  • «Rat und Hilfe» von Sucht Schweiz: Telefon 0800 104 104,
    Dienstag bis Donnerstag, jeweils 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16:30 Uhr

  • Für Jugendliche: www.feel-ok.ch
  • Für Eltern: www.suchtschweiz.ch/eltern

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Lausanne, August 2018
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