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Wo Eltern Antworten erhalten

      Juul, ein vergiftetes Weihnachtsgeschenk
Liebe Eltern,
Möglicherweise haben Sie in den letzten Wochen in den Schweizer Medien auch vom Verdampfer «Juul» gelesen oder gehört? Dieser Newsletter fasst fünf Dinge zusammen, die Sie über dieses und ähnliche Produkte wissen sollten. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, was hinter solchen Verdampfern steckt. Diese harmlos aussehenden Dinge machen schnell und schwer abhängig. Juul gibt aktuell viel zu reden, ist aber letztlich nur ein Produkt unter vielen, die aus Sicht der Prävention problematisch sind.
  • Juul ist ein elektronisches Gerät, mit dem man Nikotinsalze verdampft und inhaliert. Das Produkt gehört zur neusten Generation der Verdampfer («E-Zigaretten»). Es sieht aus wie ein länglicher USB-Stick und lässt sich so leicht vor Eltern und Lehrpersonen verstecken. Die Batterie, die die Salze verdampft, wird über den USB-Anschluss des Computers aufgeladen. Die Nikotinsalze befinden sich in Patronen, die man «Pods» nennt. Die Geschmacksrichtungen reichen von Mango bis zu «Cheesecake» (Quarkkuchen). Der Dampf riecht entsprechend nicht sehr auffällig, sondern eher wie ein Raumduft oder Lufterfrischer. Eine Patrone reicht für ca. 200 Züge. Zum Vergleich: Ein Paket herkömmlicher Zigaretten gibt auch rund 200 Züge her.
©Adobe.Stock
  • Nikotin kann schnell schwer abhängig machen. Je jünger KonsumentInnen sind, desto grösser ist das Risiko, schnell abhängig zu werden. Mit dieser neuen Generation von Verdampfern wird das Nikotin vom Körper noch «besser» aufgenommen als bei den bisher erhältlichen «E-Zigaretten». Beim Inhalieren der Nikotinsalze kommt es zu einem «Nikotin-Kick». Diese schnell anflutende Wirkung wird von den Konsumierenden «gesucht», sie spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Abhängigkeit. Der Dampf von Juul und anderen Verdampfern enthält krebserregende Substanzen, allerdings weniger als «normaler» Zigarettenrauch.

  • Auf dem Schweizer Markt ist diese neue Generation von Verdampfern noch nicht breit angekommen, aber bereits an manchen Kiosken und in spezialisierten Shops erhältlich – quasi als «tolle Bescherung» kurz vor Weihnachten… Immerhin: Es gibt den politischen Willen, die Abgabe solcher Produkte nicht nur in manchen Kantonen, sondern in der ganzen Schweiz an unter 18-Jährige zu verbieten. Das ist wichtig, denn ein selbst auferlegter Kodex der Unternehmen, die solche Produkte vertreiben, darf nicht genügen.
©shutterstock-MORGANTOWN
  • Die Produzenten von Juul und anderer Verdampfer behaupten, diese seien für Erwachsene gedacht, die von herkömmlichem Tabak auf ein weniger schädliches Produkt umsteigen wollen. Aber wie kommen sie dann dazu, ein Gerät zu produzieren, das so viel Lifestyle und Coolness «ausdünstet» und dem man kaum ansieht, dass es zum Inhalieren benutzt werden soll? Und auch die Geschmacksrichtungen, die im Angebot sind, lassen Zweifel aufkommen: Crème Brulée- oder Gurkengeschmack dürften in erster Linie Jugendliche ansprechen.

  • Die Entwicklung in den USA zeigt auch ganz klar, wer sich für Juul interessiert: Der Konsum ist da unter Jugendlichen mittlerweile so stark verbreitet, dass man von einer «Epidemie» spricht. Diese Jugendlichen steigen mit solchen Produkten in den Nikotinkonsum ein. Die Marketingstrategie der Produzenten verfehlt ihr angebliches Zielpublikum völlig.
Was können Sie als Eltern tun?
  • Die klare Haltung vertreten, dass Ihr Kind keinen Verdampfer benutzen soll, weder Juul noch andere Produkte – egal ob mit oder ohne Nikotin.
  • Mit Ihrem Kind über Nikotin, Produkte und Strategien der Firmen sprechen, die Verdampfer und Tabakprodukte kommerzialisieren. Publikationen von at-Schweiz mit interessanten Grundlagen zum Diskutieren: hier oder hier. 
  • Die Volksinitiative «Ja zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Tabakwerbung» unterzeichnen. Gesetzliche Regulierungen tragen viel zur Prävention von Suchtmittelproblemen bei!

Weitere Informationen

«Rat und Hilfe» von Sucht Schweiz: Telefon 0800 104 104, Dienstag bis Donnerstag, jeweils 9 bis 12 Uhr und 14 bis 16:30 Uhr

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Lausanne, Dezember 2018
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