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Wo Eltern Antworten erhalten

Der Konsum von Alkohol, Tabak und Cannabis
bei Jugendlichen: Wahrnehmungen und Realität

Liebe Eltern

«Alle Jugendlichen rauchen Cannabis.», «Die Jugendlichen trinken immer mehr Alkohol.» Solche und ähnliche Aussagen hört man recht oft. Aber stimmen sie wirklich?
In diesem ersten Newsletter des Jahres 2019 präsentieren wir Ihnen einige Ergebnisse der HBSC-Studie 2018 zu Alkohol-, Tabak- und Cannabiskonsum bei Jugendlichen. HBSC ist die Abkürzung für «Health Behavior in School-Aged Children» (Gesundheitsverhalten von Schülerinnen und Schülern). Diese Befragung von 11- bis 15-Jährigen findet alle 4 Jahre in fast allen Ländern Europas statt 


Mit Ihrem Kind über die Ergebnisse der Befragung sprechen

Jugendliche haben die Tendenz, den Anteil Gleichaltriger zu überschätzen, die rauchen, regelmässig Alkohol trinken oder Cannabis konsumieren. Oft hört man: «Alle tun es!». Wer denkt, ein Verhalten sei «üblich», unterschätzt die damit zusammenhängenden Risiken. Zudem orientieren sich viele Jugendliche an der «Norm», sie wollen zu einer Gruppe dazugehören. Dies kann sie dazu bewegen, Verhaltensweisen anzunehmen, von denen sie denken, dass sie bei Gleichaltrigen «normal» sind.

Es kann spannend sein, mit Ihrem Kind über die Resultate der Befragung zu diskutieren. So können Sie gemeinsam seine und Ihre eigene Wahrnehmung zum Suchtmittelkonsum von Jugendlichen hinterfragen. Die Ergebnisse können auch allgemeine Diskussionen zu Suchtmittelkonsum anregen.

«Die Zahlen stimmen nicht!»
Es kann sein, dass Ihr Kind die Ergebnisse der Studie in Frage stellt und zum Beispiel nicht glaubt, dass die Jugendlichen ehrlich geantwortet haben. Die Tatsache, dass die Befragung anonym stattfand, trägt dazu bei, dass eher ehrlich geantwortet wird.
Aber es kann schon sein, dass im direkten Umfeld einiger Jugendlicher mehr konsumiert wird, als im Durchschnitt. Der Konsum kann je nach sozialer Gruppe recht unterschiedlich sein und auch zu einer Form von Druck führen. Hat Ihr Kind es schon erlebt, dass es sich zum Konsum gedrängt fühlte? Wie hat es reagiert? Wie kann man in solchen Situationen «nein» sagen?


Resultate der Befragung

Alkohol trinken
Die grosse Mehrheit der Jugendlichen trinkt selten oder keinen Alkohol. Eine kleine Minderheit trinkt oft.

Illustrationen: Studio KO

Bei den 15-jährigen Jungen und Mädchen ist Alkoholkonsum verbreiteter als bei den jüngeren Schülerinnen und Schülern. Ungefähr 14% der 15-Jährigen haben in den 30 Tagen vor der Befragung an 3 bis 9 Tagen Alkohol getrunken.
Jugendliche unter 16 Jahren sollten eigentlich noch gar keinen Alkohol trinken.  Die Jugendschutzgesetze verbieten aus gutem Grund die Abgabe von Alkohol an unter 16-Jährige. Mal probieren ist ok. Aber es sollte noch keine Gewohnheit sein, im Ausgang zu trinken oder ein ganzes Bier allein auszutrinken.
Tabak rauchen
Etwa 90% der 14-Jährigen und ungefähr 85% der 15-Jährigen rauchen keine herkömmlichen Zigaretten. Nur ein sehr kleiner Teil der Jugendlichen raucht jeden Tag.

«Dampfen»
Mit speziellen Aromen, modernem Design und entsprechendem Marketing wollen elektronische Zigaretten auch ein junges Publikum ansprechen.

Von den 14- und 15-Jährigen haben ungefähr die Hälfte der Jungen und ein Drittel der Mädchen schon mal «gedampft». Bei vielen ist es ein Ausprobieren, also ein isoliertes Ereignis. Nur eine kleine Minderheit der 14- und 15-Jährigen hat in den 30 Tagen vor der Befragung an 3 oder mehr Tagen elektronische Zigaretten geraucht.  
Illustrationen: Studio KO

Cannabis konsumieren
Auch wenn Cannabis die in der Schweiz am häufigsten konsumierte illegale Droge ist, konsumieren längst(!) nicht alle Jugendlichen.
Illustrationen: Studio KO

Ungefähr 95% der 14-Jährigen und ungefähr 90% der 15-Jährigen haben in den 30 Tagen vor der Befragung kein Cannabis konsumiert. Der Anteil Jugendlicher, der häufig kifft, ist sehr klein.

Mehr Informationen zur HBSC-Studie
Informationen und Rat
  • «Rat und Hilfe» von Sucht Schweiz: Tel. 0800 104 104 (Dienstag bis Donnerstag, 9:00 bis 12:00 und 14:00 bis 16:30
  • Informationen für Jugendliche
  • Informationen für Eltern

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