Wo Eltern Antworten erhalten Jugendliches Risikoverhalten und Medikamentenkonsum

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Wo Eltern Antworten erhalten

Liebe Eltern,

«No risk, no fun», sagt man. Risiken einzugehen, gehört zum Leben.

Es ist normal, dass Jugendliche Dinge ausprobieren: Sie erkunden die Welt, suchen Erfahrungen, wollen lernen. In diesem Sinn: Fürchten Sie sich erstmal nicht zu sehr, wenn Ihr Kind neugierig ist. Neugierde ist gut, aber Begleitung ist wichtig. Folgende Fragen können Eltern dabei leiten: Worauf richtet sich die Neugier meines Kindes? Sind die Risiken vertretbar? Ist es reif für die Erfahrungen, die es sucht? Weiss es, welche Risiken damit verbunden sind? Wie grenzt es diese ein?

Viele Jugendliche schaffen es, Risiken einzugehen, ohne dass es zu gefährlich wird. Aber das kann auch anders sein. So ist es in der letzten Zeit vermehrt zu Vorfällen mit Medikamenten gekommen. Mehrere Jugendliche sind dabei gestorben. Mischkonsum (mit Alkohol, anderen Medikamenten oder Substanzen) ist besonders gefährlich. Die Atmung kann unter Umständen aussetzen ohne dass man noch aktiv einlenken kann. Neben Benzodiazepinen (z.B. Xanax®) werden auch opiathaltige Medikamente (z.B. Makatussin®) oder aufputschende Medikamente (z.B. Ritalin®) missbräuchlich verwendet. Der Anteil Jugendlicher, die angeben, schon Medikamente zur Berauschung eingenommen zu haben, ist gestiegen. Er liegt laut einer Befragung bei Schülerinnen und Schülern bei den
15-Jährigen in der Schweiz nun etwas über 4 Prozent.

Viele Eltern fragen sich, was sie tun können, um ihr Kind davor zu bewahren, sich zu gefährden.

Über Risiken sprechen und Einflüsse thematisieren

Medikamente sind Heilmittel, was dazu beitragen kann, dass das Risiko von missbräuchlichem Konsum unterschätzt wird. Es ist wichtig, dass Eltern das mit ihrem Kind ansprechen. Problematisch ist auch, dass der Konsum bestimmter Medikamente in der Rap- und Hiphop-Szene verherrlicht wird. Hört ihr Kind solche Musik? Sind seine Freunde risikofreudig? Wie nimmt Ihr Kind den Einfluss von Freunden oder Prominenten wahr?

So wie Sie mit Ihrem Kind über Alkohol, Tabak oder Cannabis sprechen, sollten Sie auch das Thema Medikamente ansprechen. Gespräche über Risiken und Konsummotive können zu Prävention beitragen. Besonders wichtig ist auch Ihre klare Haltung zum Konsum von Suchtmitteln - eben auch von Medikamenten, mit dem Ziel, sich zu berauschen. Vor 16 sollte kein Alkohol getrunken werden. Ab 16 liegt gelegentlich ein massvoller Alkoholkonsum drin. Bei anderen Drogen und auch bei einer Suche nach Rausch durch Medikamente ist wichtig, dass Ihr Kind weiss: Sie wollen nicht, dass es konsumiert. (Tipps für Eltern für Gespräche über Suchtmittel vgl. Quellen weiter unten)

Manche Jugendliche haben einen besonders starken Drang, intensive Erlebnisse zu suchen (sensation seeking). Sie gehen dafür auch Risiken ein, greifen u.U. vermehrt zu Suchtmitteln. Falls Ihr Kind diese Tendenz hat, ist es wichtig, es aufmerksam zu begleiten.

Ihr eigener Umgang mit Medikamenten

Eltern sind auch Vorbild. Wenn Sie Ihrem Kind einen verantwortungsbewussten Umgang mit Medikamenten vorleben, wird es das registrieren. Schon kleinen Kindern kann man erklären, dass Medikamente wichtig sind, aber dass man sie nur einnimmt, wenn sie nötig sind. Geben Sie Ihrem Kind rezeptpflichtige Medikamente nur nach Konsultation mit einem Arzt/einer Ärztin ab. Geben Sie Ihrem Kind auch rezeptfreie Medikamente möglichst erst nach Konsultation mit einer Fachperson ab. Achten Sie darauf, dass die Medikamente in Ihrem Haushalt ausser Reichweite aufbewahrt werden. Nicht selten «bedienen» sich Jugendliche nämlich im Apothekenkästchen der Eltern, um an berauschende Medikamente zu kommen.

Risiko-Gelegenheiten schaffen

Welche Gelegenheiten hat Ihr Kind, unbekannte Dinge kennenzulernen und seine Neugier zu befriedigen? Wo kann Ihr Kind seine Risikofreude oder die Suche nach intensiven Erfahrungen in einem Rahmen ausleben, der Nervenkitzel bringt ohne das Leben oder die Gesundheit zu gefährden? Gibt es Sportarten, die Ihrem Kind zusagen? Möchte es für politische Anliegen einstehen? Hat es Interesse, sich künstlerisch zu betätigen? Vielleicht auch zu schauspielern? Ermutigen Sie Ihr Kind zu Aktivitäten, in denen sich Nervenkitzel und Lerngelegenheiten verbinden.

Wenn Ihr Kind die Grenzen immer weiter ausdehnt

Bei manchen Jugendlichen verschwimmt die Grenze zwischen «wenig Risiko» und «viel Risiko». Manche suchen immer stärkere Reize, um Aufregendes zu fühlen. Wenn Ihr Kind die Grenzen immer weiter ausdehnt: Findet es einen Weg zurück? Braucht es dafür Distanz zum aktuellen Freundeskreis? Braucht es alternative Freizeitgestaltung? Gibt es Hoffnung, dass Ihr Kind sich neu orientiert? Wenn nein oder wenn «unklar»: Zögern Sie nicht, sich Unterstützung bei einer Fachstelle zu suchen. Dort stehen die Chancen gut, Verbindlichkeiten zu schaffen, die den Weg Ihres Kindes ungefährlicher machen.


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